Veni Ver.di Warnstreiks
So langsam macht sich Ver.di hier massiv bemerkbar. Anfang Februar (am 3.2.2009) ging es schon los mit den ersten Warnstreiks. Ich hatte da das große Glück (oder Unglück) an dem Tag dringend nach Hessen fahren zu wollen. So ja nichts schlimmes, aber da ich mir seit Dezember den Luxus eines eigenen Autos in Regensburg nicht mehr gönnen will (und auch nicht mehr kann) hatte ich da meine Probleme zu der Leihwagenstation zu kommen. Und bei eisiger Kälte und Schnee durch Regensburg früh Morgens dann auf das Fahrrad zu springen um dann durch die halbe Stadt zu radeln war nicht gerade angenehm. Letztendlich war es auch so, das die Streiks irgendwann am späten Abend erst angekündigt wurden (und noch später die genauen Orte) und viele, so auch ich, dies erst beim Aufstehen durch die Nachrichten im Radio/TV mitbekommen haben (siehe –> HIER <– (Mittelbayrische Zeitung).
Und heut ist wieder so ein Tag. Gut, gestern wurde auch schon etwas angekündigt darüber, aber da war erst nur von München und Nürnberg die Rede. Und erst heut Morgen wurden die anderen Städte bekannt gegeben. Und siehe da, auch bei uns streikt der öffentliche Nahverkehr. (siehe –> HIER <– - wieder Mittelbayrische Zeitung). Da in dieser Stadt ausschließlich Buslinien verkehren sticht das natürlich besonders. Gut das einige Privaten Unternehmer mit angeschlossen sind, die nicht Ver.di unterliegen. Damit bleiben einige Linien erhalten und auch für die Schüler gibt es einen gewissen Notbetrieb. Die Buslinie vor meiner Tür fährt bis auf die Schulzeiten überhaupt nicht und ich müßte notgedrungen wieder aufs Fahrrad springen. Bei den jetzt angenehmeren Temperaturen wär dies auch weniger schlimm. Lediglich die älteren Menschen in dieser Stadt, die nicht mehr so beweglich sind tun mir leid. Aber auch die ganzen Arbeitnehmer die dank der schnellen Bekanntmachung wann wo eigentlich genau wie gestreikt wird nun einige Probleme haben. Denn zu spät kommen wegen Streiks ist keine Entschuldigung und man ist trotzdem verpflichtet zu pünktlich zu erscheinen.
Tja, ich verstehe die Beweggründe warum gestreikt wird. Es geht um niedrige Löhne und viele Arbeitsstunden die nicht im Verhältnis zueinander passen. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack wenn ich mir die Zahlen der Löhne so ansehe. Sicher ist es Dienstleistung, aber noch immer nicht die untersten Bereiche wo wirklich mal gestreikt werden sollte - im Wachgewerbe zum Bleistift oder bei Zeitarbeitsfirmen. Hier wird immer noch mehr Lohndumping betrieben als in anderen Dienstleistungsbereichen. Da hilft es auch nicht das Beamte wie die Polizei mancherorts mit unter den Streikposten steht um ihre Beamtenlöhne und Pensionen zu verteidigen. Nein, das sollte jetzt nicht so bissig klingen wie es sich anhört. Auch diese Beamten haben schon knappe Löhne - aber ich trau dem Frieden hier nicht. Was wird nach den Warnstreiks wieder raus kommen? Lohnerhöhungen die weit unter dem liegen was man eigentlich fordert, versüßt mit Auflagen für die Arbeitgeber die das letztenendes wieder irgendwo absetzen könne und garniert mit irgendwelchen Aufschlägen durch die man diesen erkämpften Obolus dann eh nicht mehr spürt, und alle anderen zahlen gleichzeitig wieder mit drauf auf die neue allgemein Zeche die so ein Streik in den letzten Jahren verursacht hat. Nicht das man nicht um sein Recht kämpfen muß - aber die Ansätze und Ergebnisse unterscheiden sich heutzutage doch erheblich von denen vergangener jahrzehnte oder Jahrhunderte und das wirft die Frage auf, ob es so wirklich Sinn macht oder ob man Streiks rigoros anders angehen sollte auch ohne Gewerkschften… na .. ich weiß es nicht und kann nur spekulieren und mir meine eigenen Gedanken dazu machen.










