Ein Wahnsinn dieser Teufelskreislauf

Themen: Aemter & Arbeitslos, Allgemeines, Alltag & Gesellschaft
von: Shanky-TMW am 15 June 2007 um 7:26 Uhr

Als Arbeitsloser abgewertet zu werden ist ja mittlerweile normal geworden. Doch wie weit geht das noch runter? Nehmen wir mal folgende Situation:

Es ist Monatsanfang und man findet einen Job, sagen wir bei einer Zeitarbeitsfirma. Aber man muß einiges an km mit dem Auto fahren, rund 50 km Fahrtstrecke hin, und nochmal 50 km zurück, was in der Woche ca. eine Tankfüllung ausmachen würde. Doch der Arbeitgeber zahlt erst zum 15ten des Folgemonats, ist zumindest so kulant eine kleinen Teil am 1sten zu zahlen.
Nun gehts los für den frisch gebackenen Angestellten. Als Arbeitsloser ALG1 oder ALG2 Bezieher hat man noch den Monat als Unterstützung. Aber der Wermutstropfen für den ALG2 Bezieher sieht etwas heftiger aus, da er mit ohnehin schon weniger als 345 EUR im Monat auskommen muß. Wie viel das im einzelnen ist, ist je nach Lebenssituation Unterschiedlich wenig. Dazu muß man ja von irgendwas leben. Spätestens nach 2 Wochen Fahrerei kommt dann das Problem, wie man Sprit in den Wagen bekommt ohne Geld zu haben, aber das nächste kommt erst in zwei Wochen - was tun?

- Nun man könnte das Arbeitsamt, bzw. die ARGE versuchen zu beleihen. Aber selbst wenn das funktionieren würde hätte man noch das Problem das es mindestens vier Wochen dauern würde bis die Anträge durch sind. Abgesehn davon wird man kaum mehr Unterstützung bekommen da man ohnehin schon die Grundsicherung in dem Monat hat.

- Verwandte und Bekannte beleihen, sofern diese sich darauf einlassen wäre natürlich auch möglich. Nur wenn das nicht geht?

- Gut, es gibt noch die Bank und das Girokonto. Wäre da bloß nicht der Umstand das einem ALG2 Bezieher nur noch ein Guthabenkonto zusteht. Also Dispo ausreizen um mit ein paar temporären Schulden neue durchstarten zu können ist da nicht. Und ein Kleinkredit? Kommt auch nicht in Frage. Egal was man an Sicherheiten vorlegt, man ist als ALG2ler immer noch nicht Kreditwürdig.

Und nun? - Ich schrieb ja schon, das ich einen neuen Job gefunden habe und stehe nun vor diesem Problem. Dabei gehöre ich mehr zu den nicht ganz so arbeitslosen, die ohne Ihr zutun in die ALG2-Falle abgerutscht sind. Immer nur kurzzeitige (Saisonjobs) in der strukturschwachen Gegend finde (die meist noch schlecht bezahlt sind) und die 12 Monate in den 24 Monaten Arbeitslosigkeit nicht so recht voll bekommen um wenigstens wieder Anspruch auf ALG1 zu haben. Was sagte mir meine Bank-Kundenbetreuerin doch gleich:

“Sie müssen uns erst mindestens 3 Monate Gehaltsabrechnung vorlegen um Ihr Dispo auf Ihrem Giro zu aktivieren. Das wäre so vom Gesetzgeber bestimmt, es steht Ihnen natürlich frei die Banken zu wechseln. das hat wirklich nichts mit Ihnen zu tun. Und überhaupt, Zeitarbeitsfirmen sind leider auch ein Risiko wegen der schnellen Entlassungen.”

Nunja, ich bin auch kein Freund der ZAs und vermeide es sogar mich bei denen freiwillig zu bewerben. Auf der anderen Seite hab ich meine jetzige Einsatzfirma begutachten können, und schlucke mal für eine kurzen Zeitrahmen die Anstellung bei einer ZA. Unter anderem hat die Dame nicht unrecht, das man ständig bei solchen Firmen auf der Strasse landet, einen hohe Mitarbeiter Fluktuation ist und man deshalb zu einem gewissen Risikofaktor wird. Der Witz an der Sache ist, ich hab ein eigenes Haus, das ich als ALG2ler auch nicht beleihen kann. Auch hier steht mir mein ALG2 Status im weg und die fehlende Grundschuld auf das Haus, selbst wenn Sie schon abbezahlt wäre. Vor ein paar Jahren war das einfacher, man brachte seinen Arbeitsvertrag mit und bekam sein Dispo wieder frei geschaltet wenn es mal nicht vorhanden war. Ganz unbürokratisch.

Gut, ich hab immer noch das Geld, das ich für Heizkosten zurücklege. Ich weiß selbst nicht wie lange der Auftrag in meinem jetzigem Job dauert, also muß ich das wohl oder übel aufbrauchen. Aber was ist mit denen, die diese Möglichkeit nicht haben? Nach zwei Wochen Arbeit den Arbeitgeber mitteilen das einem die Finanzen fehlen für die Fahrten zum Arbeitgeber? Auf diese Weise wieder Arbeitslos werden?

Ein gnadenloses System, wobei ich mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, das mir die Bank-Dame in einem Punkt einen Bären aufgebunden hat: das der Staat Ihr solche Dinge vorschreibe. - Ist das nicht Sache der Banken selbst?

Ein echter Teufelskreislauf also, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint.

Ein einsamer Strauch weht vorbei…

Themen: Allgemeines, Alltag & Gesellschaft, Rollenspiele
von: Shanky-TMW am 9 June 2007 um 11:17 Uhr

Muss doch mal wieder zusammenfassen was mir in letzter Zeit alles so Passiert ist. Ich schreibe in letzter Zeit ja nicht so oft. Also mir gehts soweit gut, mein Leben ist weiterhin Achterbahn und Talfahrt zusammen und in meiner Freizeit tut sich auch dies und das.

Ich war inzwischen ja auf zwei RPG Cons, was ich wirklich schön fand. Etwas stressig wegen der An- und Abreise. Aber wirklich schön. Dann noch ein paar lustige Ereignisse mit dem AAmt und inzwischen wieder einen neuen Job. Mal schaunen wie lang der nun wieder andauert.

Das einzige was mich nervt ist, das ich meine über alles geliebte Maus nicht so häufig sehe. Fernbeziehungen sind nunmal schlecht fürs Liebesleben. Irgendwie müssen wir das mal gebacken kriegen, aber 400km zwischen uns sind leider ein wenig Problematisch. Imemrhin geht das schon nahezu 12 Monate. Sollte man feiern.

Was meinen Job angeht, ist mal wieder eine Zeitarbeitsfirma. Aber ich hab Glück, der Haufen richtet sich wenigstens nach den Tarifen, ist unkompliziert mit einem ersten Vorschuß weil ich sonst 1,5 Monate fast ohne Geld auskommen müsste, und auch mit der Firma wo ich eingesetzt wurde. Ein netter Haufen, Mittagessen umsonst und die Arbeit ist nicht so, das ich mich für nix totschuften muß und ich kann ein wenig von dem zeigen was ich bisher alles so gemacht habe. Meist erwisch ich so nur reine Dummdeppen-Arbeiten. Einziger Wehrmutstropfen ist die lange Fahrtstrecke von 50km Hin und 50km Rückweg. Aber das muß ich in dem Kaff wo ich Wohne sowieso einplanen.

Soviel mal in kürze, falls meinen Blog überhaupt noch jemand liest. Ein paar Sachen setzt ich noch Rückdatiert rein :>>

ARGE Fallmanagerin: Mir reichts, das Maß ist voll

Themen: Aemter & Arbeitslos, Alltag & Gesellschaft
von: Shanky-TMW am 4 June 2007 um 2:44 Uhr

Sowas, ich glaub das ja nicht. Meine liebe nette Fallmanegerin erdreistet sich wieder mal zu einem Paradestück nach dem anderem. Zum einen hab ich einen Termin bei Ihr, den ich wegen eines Bewerbungsgespräches an dem Tag in dem Zeitraum nicht wahrnehmen kann. Ist kein Beinbruch, Absage Schriftlich reich ich noch an dem Tag ein, muß ja eh noch nen Reisekostenantrag holen. Sollte also kein Problem sein. Das zweite Gespräch konnte ich dann gleich nach dem BA/ARGE Aufenthalt klarmachen. Eine weitere Firma bei der ich mich ebenfalls beworben hatte wollte mich auch einladen zu einem Gespräch. OK, warum nicht, beide Firmen in der selben Stadt und die andere hab ich dann gleich eine Stunde vor dem mir schon bekannten Gespräch gelegt - das passte wunderbar zusammen.

Am nächsten Tag Post von der ARGE. Ich sei nicht zu dem Termin erschienen und man droht mir eine dreimonatige Kürzung von 10% meiner Regelleistungen an, da keine ausreichenden Gründe für mein Fernbleiben vorliegen. Bitte was? Ist die Frau nicht mehr ganz bei Trost? :crazy: Wieder ein Tag später, es ist Samstag, bekomme ich einen Vermittlungsvorschlag per Post. Oh, der erste den ich mal ohne Besuch bekomme und schau mir das ganze an. Gartenarbeiter bei der Gemeinde, wo ich meinen Wohnsitz habe. Ich stutze und frage mich, seit wann die wieder Leute einstellen. Die Ernüchterung kommt als ich mir das “Kleingedruckte” durchlese.
Es ist von einer Arbeitsgelegenheit mit Merhkostenentgeld die Rede, Jobbeschreibung passt aber auf alles, was man so bei Gärtnereien macht. - Kurz, eigentlich krieg ich hier einen Ein Euro Job vor die Füße geworfen, per Post mit der Weisung mich dort umgehend zu bewerben, da mir sonst laut SGB II Kürzungen meiner Regelleistungen ins Haus stehen.

Nunja, ich bin mittlerweile auch mit dem SGB II vertraut und ein fieses Grinsen breitet sich über mein Gesicht aus. Ich kenne die Gemeinde, einige Ihrer Leute, ehemalige ABM und ehemalige und noch aktive EEJ Mitarbeiter dort. Also setz ich ein Schreiben auf, in dem ich erstmal um verschiedene Aufklärungen Bitte, die mir innerhalb von 10 Tagen schriftlich mitgeteilt werden müssen. Und nebebei die Anfrage warum mir bei meinen Bewerbungsbemühungen Geldkürzungen ins Haus stehen.

Als Randinfo:
EEJs sollten zum einen den Arbeitssuchenden schon bei einem Gespräch vorgeschlagen werden und es müssen auch Gründe vorliegen warum ein solcher Job unbedingt wichtig sei. Darüberhinaus muß auch Stichhaltige Gründe da sein, weshalb und weswegen sowas zur Arbeitsfindung und Jobeingewöhnung nötig ist. Nur nochmal zur Info, ich bin grad mal 6 Monate unter den Arbeitslosen und nur dank der ewigen Saisonalen oder sonstigen Bedingungen ständig beim Amt, plus diverser dauernder Gesetzesanpassungen leider auf ALG2 Niveau aufgeschlagen. Dazu in einer Strukturschwachen Gegend Wohnhaft.

Weitere Fehler die mir gleich auffallen:
Der Vorschlag enthält nicht den Träger, die Dauer der Maßnahme, das Entgeld und weil ich eben meine Kontakte habe schieb ich in meinem Schreiben gleich nach, das ich um Prüfung dieser Stelle ersuche. Ich halte Sie nicht für zusätzlich geschaffen, die Arbeiten würden laut der Beschreibung immer anfallen und wurden vor der Einführung im selben Umfang von ABM Mitarbeitern unter Vollzeitentgeld durchgeführt. Auch hier will ich drüber aufgeklärrt werden und frage nebenbei noch nach, aus welchen Gründen ich diese Stelle nicht als ABM Vollzeitkraft anstatt als EEJ ausführen soll.

Ist schon irre, aber genau das steht ebenfalls alles im SGB II und SGB X verankert und auch der Fallmanager muß sich den Gesetzen in dem Fall unterwerfen. Ich watschel also am Montag mit meinen Zetteln wieder zum Amt, reiche sie ein und setze damit formal erstmal einen Verwaltungsakt in Gang. Solang der läuft, werd und brauch ich mich auf diesen EEJ eh nicht bewerben. Dazu kommen noch ein paar Rechtsfolge-Hinweise (Belehrungen wäre bei mir formal falsch, da ich keiner Behörde angehöre) und warte nun auf die Dinge die da kommen. Sollte sich meine Fallmanegerin dazu entschließen, nur mit dem SGB zu drohen brauch ich die Stelle nicht antreten, sogar Sanktionslos. Dazu ein einfaches Wiederspruchsschreiben ohne nähere Angabe von Gründen mit dem Verweis auf das Schreiben von mir rundet das ganze Verfahren ab. Mal schauen was kommt. Auch auf die Begündung, warum meine Fallmanagerin der Meinung ist das ich länger als die nächsten 2 Jahre arbeitslos sein würde, bin ich gespannt. Auch das wäre eine Vorraussetzung um solch einen EEJ zugewiesen zu bekommen.

Und nun zum Witz des Tages: An dem Tag hab ich noch einen weiteren Reisekostenantrag geholt und bin wieder zu der einen Firma, bei der ich neulich einen Termin nachschieben mußte. Ja genau eine von den beiden, weswegen ich jetzt 10% Kürzung angedroht bekam. Der Witz an der Sache ist, das ich genau bei der Firma jetzt einen Arbeitsvertrag habe. Aber ich piesacke meine liebe nette, von wohl allen Ihren Kunden gehasste Fallmanegerin mit dem vollzug des kompletten Verwaltungsaktes durch. Schließlich MUSS Sie mir auf mein formales Schreiben auch im Falle einer Arbeitsaufnahme Rede und Antwort stehen, da Verwaltungsakt. Und es bereitet mir jetzt schon vergnügen Ihr so nach und nach immer noch Ihren Papiermüll einzureichen, den ich manchmal wegen Unsinnigkeiten bekam. Auch wenn es ab jetzt eigentlich totaler quatsch ist und wir in nächster Zeit vorerst nix mehr miteinander zu tun haben, aber den Spaß gönn ich mir jetzt, inklusive der formalen Sanktionsfreien Absage zum EEJ :>>